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Im Rahmen der Beleuchtungsaktion für den Gameboy meines Sohnes habe ich schon mit Step-Up-Schaltwandlern und weißen LEDs zu tun gehabt und bin in diesem Zuge damals über die Seite von Burkhard Kainka gestolpert, wo sich Schaltbilder für diskret aufgebaute Schaltwandler finden (im Gegensatz zu meiner integrierten Lösung mit dem Zetex Baustein). Ein eifriger Nachbauer der Kainka´schen Lösung hat damals schon den Gedanken gehabt, die Schwelle der minimal nutzbaren Eingangsspannung durch Einsatz von Germanium-Tranistoren noch weiter nach unten zu schieben, so dass die ca. 0,7 V Eingangsspannung, bei der Silizium-Transistoren nicht weiter können, “...nicht das Ende der Fahnenstange...” (Zitat von Dirk ;-) sind. Vor einiger Zeit hat mich ein “Leser” meiner Seiten angeschrieben und mich um Mithilfe beim Bau eines StepUp-Wandlers für 0,3 V Betriebsspannung gebeten. Da mich das Thema schon damals interessierte, aber außer dem Hinweis von Dirk Beilker in Burkhard Kainkas Bastelecke, dass es prinzipiell möglich ist und funktioniert, keine weiteren Angaben zu finden waren, habe ich mich daran gemacht und versucht, die Idee in eine funktionierende Schaltung umzusetzen. Der herausragende Grund für mein Interesse an diesem Projekt liegt nicht zuletzt in der gedachten Verwendung dieses 0,3 V-Wandlers als Antrieb für eine LED-Taschenlampe. Von so genannten Peltier-Elementen hat ja wahrscheinlich schon jeder mal gehört. Nicht? Doch! Dieser physikalische Effekt lässt sich auch umkehren. Man kühlt die eine Seite eines solchen Elements, die andere wird erwärmt und zwischen den Polen bildet sich eine Spannung. Der aufmerksame Leser merkt schon, in welche Richtung das geht. Allzu groß ist die resultierende Spannung nämlich nicht, wenn die Temperatur nur moderat unterschiedlich ist, nicht umsonst soll der StepUp-Wandler schon bei 0,3 V arbeiten. Bleibt noch zu erwähnen, dass moderne Wärmegeneratoren aus anderem Material hergestellt werden als Peltier-Elemente und dass diese Teile nicht gerade billig sind. Einzelheiten zu diesen Generatoren findet man auf der Seite von thermalforce.de. Doch jetzt zur Schaltung: Die erste Hürde, die es zu überwinden galt, war die Beschaffung der notwendigen Germanium-Transistoren, deren Verbreitungsgrad in den letzten Jahrzehnten ziemlich zurück gegangen ist. Trotzdem kann man z.B. bei Reichelt noch den einen oder anderen Typ ergattern. Eine andere (in diesem Fall ergiebigere) Quelle ist Pollin. Meine ursprünglichste Idee, einfach die Schaltung von Burkhard zu verwenden und lediglich die Silizium- Transistoren durch solche auf Germanium-Basis zu ersetzen hat natürlich nicht funktioniert. Erst nach hilfreichen
Tipps von Dirk, der sogar die Schaltung nochmals mit den selben Transistoren aufgebaut hat, die mir zur Verfügung standen, ist es mir gelungen, meinen ersten Prototyp bei 0,3 V Versorgungsspannung zum Schwingen
zu bekommen. An dieser Stelle meinen Dank an Dirk! Parallel dazu habe ich bei Pollin Germanium-NPN-Typen bestellt. Der nächste Versuch hat dann sofort geklappt, die bis dahin unwillige Schaltung hat geschwungen wie sie sollte, nur die minimal mögliche Eingangsspannung war mir noch etwas zu hoch, außerdem ließ die Lichtausbeute noch stark zu wünschen übrig. In die nächste Runde ging ich, nachdem ich bei Reichelt einen Lagerabzug an HF-Drosseln und sonstigen geeignet erscheinenden Spulen gekauft hatte. Jetzt konnte ich mit Muße die am ehesten in Frage kommende Induktivität herausfinden. Mit den passenden Werten für die Bauteile haben dann auch die Randbedingungen wie LED-Helligkeit und minimal mögliche Eingangsspannung gestimmt. Eine kleine Sammlung meiner Versuche gefällig?
Links neben dem IC-Sockel schaut gerade noch das erste Poti um die Ecke, das ich auf der Suche nach dem passenden Widerstandswert verwendet habe. Am linken Bildrand neben der roten Leitung sieht man zwei kleine Leiterplatten. Die gehören zur Gameboy-Beleuchtung.
In dieser Version sind schon zwei Potis am Werke.
Die 1:10 untersetzten Präzisionspotis aus dem letzten Bild haben sich als recht unpraktisch beim Einstellen herausgestellt, weshalb sie weniger genauen aber leichter einzustellenden Drehpotis weichen mussten.
Zusätzlich zu den Bauteilen, die auch schon im Original von Burkhard zu finden sind, habe ich noch eine Schottky-Diode (der kleine schwarze Klecks am unteren Ende des roten Drahtes) in Reihe und einen Kondensator parallel zur LED eingebaut. Diese Maßnahme führt zu größerer Helligkeit der LED, allerdings einhergehend mit einer größeren Stromaufnahme der Schaltung. Soll die Schaltung eher sparsam arbeiten, muss anstelle der Diode eine Drahtbrücke auf die Platine gelötet werden, der Kondensator wird einfach weggelassen. Wenn die LED mittels Handwärme betrieben wird, dürfte diese Überlegung eigentlich keine Rolle spielen, aber da der überstrichene Eingangsspannungsbereich auch den Betrieb mit einem einzelligen NC- oder NiMH-Akku einschließt, könnte das für den einen oder anderen Nachbauer schon ein Thema sein. Hier das (vorläufige) Endergebnis in Form einer kleinen Platine, die auf den gedachten Einsatzfall hin optimiert wurde. Das bedeutet, die Eingänge für die Versorgungsspannung liegen an gegenüberliegenden Ecken der
Eine bestückte Platine zeigt den konkreten Aufbau. Bei den Transistoren muss darauf geachtet werden, dass die Gehäuse keinen Kontakt zu den benachbarten Leiterbahnen bekommt. Sowohl die beiden Transistoren als auch die Spule sollten mit Heißkleber auf der Platine fixiert werden.
Schaltbild und Layout im EAGLE-Format sind wie immer hier zu finden. Für Leser ohne EAGLE gibt´s Schaltbild und Layout zum Anschauen.
Die nächste Herausforderung kam, als mir Rainer den ersten Prototyp seines Wärmegenerators schickte, mit dem die Lampe letztlich betrieben werden soll. Es stellte sich heraus, dass der Innenwiderstand des Generators zu hoch für meine Schaltung ist. Die Leerlaufspannung von ca. 900 mV bei aufgelegter Hand bricht auf knappe 240 mV zusammen, meine Schaltung braucht zu viel Strom :-( Da also die Energiequelle einen zu hohen Innenwiderstand für die oben gezeigte Dimensionierung hat, habe ich noch mal ein bisschen weiter optimiert und folgende Version gefunden.
Dazu gibt es (noch) kein Schaltbild, deshalb die Daten hier im Text: Die Spule hat eine deutlich höhere Induktivität (3,9 mH) bei ebenfalls höherem ohmschem Widerstand, die beiden Widerstände in der Schaltung sind ebenfalls größer (R1 485 und R2 475 Ohm), dafür ist der Kondensator um Größenordnungen kleiner (C1 330 pF statt 100 nF). Die beiden linken Widerstände bilden in Reihenschaltung die 485 Ohm. Unter dem linken Widerstand habe ich die Leiterbahn aufgetrennt. Hier zum Größenvergleich und um mal einen optischen Eindruck so eines Generators zu geben ein Bild zusammen mit der modifizierten Schaltung. Die Kantenlänge eines der weißen Quadrate ist ca. 30 mm, jedes Modul ist ca. 4-5 mm dick. Die Generatoren sitzen auf einem Aluklotz der die Aufgabe hat, deren Rückseite auf niedriger Temperatur zu halten.
Mit dieser Dimensionierung arbeitet die Schaltung auch mit dem mir momentan zur Verfügung stehenden Generator mit 18 Ohm Innenwiderstand, allerdings ist die Lichtausbeute nicht berauschend. Beim Stichwort Generator komme ich nochmals zur gedachten Energiequelle für die Taschenlampe, so dass die Notwendigkeit zum Bau eines Schaltwandlers mit nur 300 mV Eingangsspannung seine Erklärung findet. Der Antrieb für die Taschenlampe soll von einem Thermogenerator geliefert werden. Rainer hat auf seiner Homepage schon einen Prototyp der LED-Lampe gezeigt. Dieser Prototyp arbeitet mit einem integrierten Schaltregler PR4401 der Firma PREMA und wird mit sechs Thermogeneratoren befeuert. Das IC arbeitet bis herunter auf 0,9 V Eingangsspannung. Und damit haben wir auch schon den Knackpunkt dieses Prototyps gefunden: Diese Thermogeneratoren sind recht teuer, weshalb deren Anzahl so klein wie möglich gehalten werden sollte. Durch halbieren der Anzahl der notwendigen Generatoren ist man einer zumindest preiswerteren Lösung schon ein ganzes Stück näher :-) Drei dieser Generatoren erzeugen mit Handwärme gegenüber normaler Raumtemperatur eine Spannung von eingeschwungen minimal ca. 0,3 V. Über den weiteren Fortschritt unseres Projektes werde ich hier berichten, schaut also immer mal wieder vorbei. Es gibt einen Prototypen der LED-Handwärme-Taschenlampe. Die Lampe soll noch kleiner und leichter werden, wir dürfen gespannt sein. Hier einige Ansichten ...
...und Einblicke... Ohne die Seitenteile aus Kunststoff kann man das (aufgeräumte) Innenleben der Lampe erkunden - ein Blick auf den bekannten Step-Up-Wandler, der in einer Ausfräsung des Kühlkörpers sitzt.
Auf der anderen Seite sieht man den Aufbau von Kühlkörper, Generatoren und Füllkörpern.
Erfahrungen Ein bis zwei Sekunden nach Aufnehmen der Lampe fängt die LED an zu leuchten. Die Helligkeit hängt dabei sehr stark von der Handtemperatur ab - alte Menschen haben im Allgemeinen eine schlechtere Durchblutung und bekommen kein so helles Licht zu Stande. Große Hände sind von Vorteil, deren Wärmekapazität ist größer. Nach ca. 10 Minuten Betrieb bei Zimmertemperatur ist der komplette Kühlkörper soweit erwärmt, dass kein ausreichendes Wärmegefälle mehr zwischen den aktiven Seiten der Wärmegeneratoren besteht, das Licht wird
langsam dunkler und geht schließlich aus. Der Lichtkegel der verwendeten Linsen-LED ist eng gebündelt...
Im Winter werden wir die Lampe bei Spaziergängen verwenden und testen wie sie sich bei niedrigen Umgebungstemperaturen verhält. Nachtrag Bei Pollin gibt es zur Zeit (Stand 01/2009) keine Germaniumtransistoren, dafür hat Reichelt den “AC128” ins Programm aufgenommen, der in der gezeigten Schaltung allerdings nicht funktioniert, da er ein PNP-Typ ist (der AC181 ist ein NPN-Typ). Da ich sowieso noch eine Optimierung im Sinn hatte, habe ich die dafür gedachte Schaltungsvariante mit nur einem Transistor gleich für den AC128 ausgelegt.
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