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Da die Antriebsmotoren für die Shrediquette NQ z.B. aus Silverlit TandemZ Hubschraubern stammen, haben wir als Nebenprodukt einen passenden Akku und einen Infrarot-Empfänger an der Hand, der sich für die Steuerung des sNQ im Wohnzimmer verwenden lassen müsste. Hierbei ist zu beachten, dass diese IR-Empfänger nicht einfach Infrarotlicht detektieren und ein entsprechendes Digitalsignal ausgeben, sondern eine umfangreiche Filterschaltung enthalten, die alle Signale unterdrückt, die nicht die passende Frequenz haben und die auch sonst noch einige einzuhaltende Randbedingungen impliziert. Dazu später ausführlichere Infos. Auf dem IR-Empfänger ist leider kein Aufdruck zu erkennen, aber man kann das Signal des Senders mit dem Oszilloskop anschauen und ausmessen. Meine IR-Empfänger werden vom zugehörigen Sender mit 38,5 kHz Signalen beaufschlagt, ich vermute also, einen TSOP1738 oder etwas ähnliches vorliegen zu haben. Nachtrag Der Einfachheit halber bleibe ich im Weiteren bei der Bezeichnung TSOP für den “fast kompatiblen” IR-Empfangsbaustein aus dem Silverlit Hubschrauber. Um diesen Empfänger verwenden zu können, muss also das vom Fernsteuersender generierte PPM-Signal, typischer Weise über die Lehrer-Schüler-Buchse am Sender zu erreichen, in 38 kHz-Bursts verpackt werden, damit der IR-Empfänger die PPM-Signale als “gute” Signale anerkennt. In Kurzform sieht das ungefähr so aus:
Am Einfachsten erscheint mir die Modulation, also die Verpackung der Impulse in 38 kHz-Bursts, mit einem AtTiny durchführbar zu sein. Auf diese Weise haben wir auch die Möglichkeit, noch Änderungen
einprogrammieren zu können, wenn Probleme bei den Tests auftreten. Ich habe eine passende Schaltung entworfen, die am Eingang das Digitalsignal des Senders akzeptiert und am Ausgang die Ansteuerung des in der
Original-TandemZ-Steuerung enthaltenen IR-LED-Clusters erlaubt. Das Schaltbild ist sehr übersichtlich, der Tiny wird mit dem internen 8 MHz-Takt betrieben.
Achtung! Schaltbild nicht aktuell, nicht verwenden! Korrektur siehe unten. Das Layout berücksichtigt die Möglichkeit, die Platine in die Lücken zwischen den Auslegern der Shrediquette NQ zu platzieren. Auf diese Weise fallen bis zu vier der PPM-IR-Konverter quasi kostenfrei mit ab, da bei den mir bekannten Leiterplattenherstellern immer das die, wie auch immer geformte Leiterplatte umschließende Rechteck bezahlt werden muss.
Die Bestellung z.B. bei MME erfolgt auf diese Weise:
Der bedrahtete Widerstand, die beiden Dioden und der Schalttransistor stammen genauso wie die hier nicht gezeigten LEDs aus dem original Sender des TandemZ von Silverlit. Der Anschluss der LEDs erfolgt über den rechten zweipoligen Stecker, kann natürlich auch ohne Stecker angelötet werden. Am linken Rand der Platine ist das Programmierinterface für den AtTiny platziert. Auch hier habe ich die Pads in der passenden Reihenfolge und im Abstand so angeordnet, dass der Programmieradapter für Williams I²C-PWM-Konverter verwendet werden kann.
Errata Bei der Inbetriebnahme des PPM-IR-Konverters stellte sich heraus, dass das Empfängerausgangssignal am TSOP direkt nach dem Einschalten des Senders kurz erzeugt wird, dann aber sang- und klanglos in sich zusammen fällt. Nach intensiver Untersuchung des Phänomens fand ich heraus, dass das typische PPM-Signal einer Modell-Fernsteuerung nicht das korrekte Timing für den TSOP ergibt. PPM bedeutet ja, dass für z.B. 8 Kanäle 9 Impulse erzeugt werden. Der Abstand der Impulse (Mittelstellung entspricht 1,5 ms Abstand, Minimum ist 1 ms, Maximum 2 ms) bestimmt sich jeweils aus der Knüppelposition am Sender. Sind alle Kanäle übertragen, kommt eine längere Pause (ca. 10 ms), die dem Empfänger die Gelegenheit gibt, sich auf den (erneuten) Beginn der Sequenz einzustellen. Jeder der Kanalimpulse ist bei meiner Graupner MC-15 ca. 260 µs lang. Um ein dem TSOP genehmes Signal zu erzeugen, muss jeder der 260 µs langen Kanalimpulse in einen 38 kHz-Burst entsprechender Länge umgewandelt werden. Da die Periode eines 38 kHz-Signal ca. 26 µs entspricht, müssen also 10 Perioden je Kanalimpuls erzeugt werden. Das ist per Programm im AtTiny gut zu realisieren. Allerdings muss für den TSOP laut Datenblatt noch eine andere Bedingung eingehalten werden, nämlich das Signal-Pausen-Verhältnis. Nach einer bestimmten Dauer 38 kHz-Signale benötigt der TSOP eine Pause in entsprechender Länge. Einzelheiten dazu möge der geneigte Leser bitte dem Datenblatt eines TSOP1738 entnehmen. Für unseren Einsatzfall musste der Abstand zwischen der Übertragung der benötigten Kanäle 1 bis 5 und der darauf folgenden Wiederholung vergrößert werden um die Erholzeitbedingung für den TSOP zu erfüllen. Der Versuch, nur 5 Kanäle zu übertragen und die Kanäle 6 bis 8 zu unterdrücken um die benötigte längere Pause im Impulsstrom zu erhalten, schlug fehl, das Ausgangssignal des TSOP war damit zwar etwas länger
vorhanden, aber nicht stabil und fiel auch hier nach kurzer Zeit wieder in sich zusammen. Die längere Standzeit zeigte aber, dass ich auf dem richtigen Weg war. Da die Sende-LEDs für eine große Reichweite (wir reden hier über 6 - 8 m) mit relativ hohen Strömen betrieben werden müssen, habe ich die Erzeugung der Bursts so ausgelegt, dass das Tastverhältnis etwa 1/3 EIN zu 2/3 AUS ergibt. Die Entscheidung, die Erzeugung des Konverterausgangssignals mittels Microcontroller zu realisieren, hat sich also ausgezahlt. Die Firmware für den PPM-IR-Konverter ist in BASCOM realisiert und kann hier geladen werden. Die Firmware ist für beide Schaltungsvarianten identisch. Da einige Bauteile gegenüber dem ersten Ansatz weg fallen, kann die Form der Platine “normalisiert” werden und passt dennoch in die Lücken der Quadrocopter-Platine - auch wenn die alte Form was hatte ;-)
Das zugehörige Schaltbild:
Mit Eagle3D gerendert ergibt sich folgende Darstellung:
Diese Schaltung wurde nicht von mir verifiziert, die Änderungen gegenüber der Originalschaltung sind aber übersichtlich und die Chancen stehen gut, dass sich keine Probleme eingeschlichen haben :-)
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